Kleine Racker e.V. lockt mit besonderen Anreizen

1. Pädagogisches Konzept – Was uns wichtig ist!

In unserer Kindertagesstätte sollen Kinder nach den Prinzipien von Maria Montessori und dem offenen Konzept mit Funktionsräumen von 1 bis 6 Jahren zusammen leben und lernen.

Im Mittelpunkt stehen die Kinder und ihre individuellen Bedürfnisse, die Stärkung der Eigenständigkeit und sozialen Mitverantwortung. Das Ziel, unseren Kindern zu helfen, sich zu selbstbewussten Menschen zu entwickeln, steht an vorderster Stelle.

Wir bieten Bildungsangebote in verschiedenen Bereichen ( wie Sprache und Kultur, Kunst und Kreativität, Musik, Ernährung, Natur und Umwelt, Bewegung- und Entspannung).

2. Pädagogische Ausrichtung

„Wir sind genau in derselben Situation wie der törichte Frosch, wenn wir es nur sehen könnten. Dieses kleine Leben, das wir zu modellieren bemüht sind, braucht kein Drängen und Quetschen, kein Verbessern und Bemäkeln, um seine Intelligenz und seinen Charakter zu entwickeln. Die Schöpfung achtet auf die Kinder ebenso, wie sie dafür sorgt, dass die Kaulquappe zu einem Frosch wird, wenn die Zeit dazu da ist. ‚Aber‘, höre ich Sie sagen, ’sollen wir die Kinder tun lassen, was sie wollen? Wie können sie wissen, was das Beste für sie ist, wenn sie keine Erfahrung haben? Und denken Sie, was für kleine Wilde sie würden, wenn wir sie nicht Manieren lehrten‘. Und ich würde antworten: `Haben Sie jemals Ihren Kindern auch nur an einem Tag die Chance gegeben zu tun, was sie möchten, ohne dass Sie sich einmischten?‘ Versuchen Sie es und Sie werden erstaunt sein.“

(Maria Montessori)

Unsere pädagogische Arbeit basiert auf den zentralen Elementen der  Montessori-Pädagogik und dem offenen Konzept. Prinzipien dieser pädagogischen Ansätze sind:

  • das Kind in seiner Persönlichkeit achten, es als ganzen, vollwertigen Menschen sehen
  • seinen Willen entwickeln helfen, indem man ihm Raum für freie Entscheidungen gibt; ihm helfen, selbständig zu denken und zu handeln
  • ihm Gelegenheit bieten, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen, denn Kinder wollen nicht nur irgendetwas lernen, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas ganz Bestimmtes
  • ihm helfen, Schwierigkeiten zu überwinden, statt ihnen auszuweichen
  • dem Kind höfliche Umgangsformen und einen friedlichen sozialen Umgang nahezubringen, damit es zu einem wertvollen Mitglied der Gemeinschaft heranwachsen kann

Das offene Konzept ist ein Überbegriff, der für viele Bereiche der pädagogischen Arbeit in unserer Kita steht.

An erster Stelle stehen die offenen Türen: Sie stehen offen für die „Freiräume“ der von uns betreuten Kinder. Im Gegensatz zu anderen Kindergärten, wo es feste Gruppenräume gibt, in denen alle Spielbereiche vorhanden sind, haben wir unsere Räume als Funktionsräume gestaltet, die für alle Kinder gleichermaßen offen stehen. Unsere Kinder können die gesamte Kita als Spielbereich nutzen, denn jeder Raum hat seine eigene Funktion. So haben die Kinder größtmögliche Chancen, nach ihren eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und ihre Umwelt zu erfahren. Unsere Kinder sind auch nicht gezwungen, sich fest in Gruppen einzuordnen. Sie können selbst entscheiden, welche Angebote sie wahrnehmen. Dadurch findet man auch immer wieder „Kleine“ bei den „Großen“ und umgekehrt, auch wenn die Angebote in ihrem Schwierigkeitsgrad für eine bestimmte Alterstufe gedacht sind. Dabei lernt jedes Kind von den anderen Kindern gleich welcher Altersstufe.

3. Unsere Funktionsräume und Angebote

Die Piazza ist der zentrale Treffpunkt für alle Kinder mit Kuschel- und Leseecke, Puppenecke, Montessoriecke (erstes Material) und Entspannungsecke. Vornehmlich spielen hier die jüngeren Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren, weil dieser Raum besonders für die Bedürfnisse der Kleinen ausgestattet ist.

In der Piazza findet der Singkreis für die Kleinen und im Anschluss daran für die mittelgroßen Racker statt. Im Singkreis werden spielerisch Lerninhalte vermittelt: Anzahl der Kinder zählen, Namen klatschen (um die Namen der Kinder kennen zu lernen und ein Gefühl für Silben zu entwickeln), Zeit begreifen anhand der Namen der Tage, Tageszeiten, Monate und Jahreszeiten. Auch kleine Themen in vereinfachter Form werden je nach Aufnahmefähigkeit der teilnehmenden Kinder über einen gewissen Zeitraum durchgeführt.

In der Künstlerwerkstatt finden Angebote zur Förderung der Kreativität statt. Beim Umgang mit Farben, Pinsel, Stiften, Papier, Ton usw. üben die Kinder ihre feinmotorischen Fähigkeiten und erleben Kreativität als Möglichkeit, den eigenen Gefühlen Ausdruck zu geben. Hier werden beispielsweise im Herbst Laternen gebastelt oder Ideen unserer Kinder, wie beispielsweise Skihelme zu basteln, umgesetzt. Mit Leinwand und Farbe schaffen die Kinder Kunstwerke, die im Anschluss in der Einrichtung ausgestellt werden.

Grundsätzlich können die Kinder in der Künstlerwerkstatt frei basteln und alles nutzen, was in diesem Raum steht. Die Werkstatt wurde so gestaltet, dass die Kinder in mehreren Regalen diverse Utensilien zum künstlerischen Gestalten vorfinden, die sie ungefragt benutzen dürfen und sollen. Auch Material, bei dem Kinder die Begleitung eines Pädagogen brauchen (Flüssigfarben, Kleister u. ä.) steht optisch präsent so da, dass den künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten wenig Grenzen gesetzt sind.

Der Montessoriraum bietet vor allem Kindern ab ca 2,5 Jahren alles, was sie brauchen, um ihre sensiblen Phasen für die vier Entwicklungsbereiche der Montessori-Pädagogik (Sprache, Mathematik, Sinnesmaterial und Übungen des Praktischen Lebens) auszuleben. Dazu gehören Anziehrahmen, Sandpapierbuchstaben, Rechenmaterial im Tausenderbereich für die 4 Grundrechenarten, sowie Material für die Bildung und Verfeinerung der Sinne. Auch für die Orientierung in der Welt im Bereich Geographie ist gesorgt.

Der Klettergarten ist der zentrale Ort für Bewegung aller Art mit einer Kletterwand, Gymnastikmatten und einer Kletterbank. Hier ist es möglich, im freien Spiel mit den Kissen und Elementen in geometrischen Formen, vom Bahnhof, über den Zug bis zum Schiff alles zu bauen. An der Kletterwand und bei Turnangeboten stärken die Kinder das Gefühl für ihren Körper und feiern dabei persönliche Erfolge.

Gegenüber der Einrichtung liegt ein Park, der Alte Nördliche Friedhof, sowie zwei große Spielplätze für Outdoor-Aktivitäten und Angebote im Freien. Außerdem nutzen wir auch andere Parks, wie beispielsweise den Olympiapark, den Luitpoldpark, den Englischen Garten oder den Perlacher Forst für Wanderungen und Spaziergänge. Auf diese Weise erleben die Kinder die Natur und es entstehen Phantasiewelten für kleine Entdecker und Entdeckerinnen.

Im Schlafraum schlafen die jüngeren Kinder nach dem Mittagessen. Darüber hinaus haben alle Kinder die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit in diesem Raum auszuruhen, Hörspiele anzuhören oder Entspannungsübungen auch außerhalb der Angebotszeit zu machen.

In der Küche nehmen die Kinder ihre Mahlzeiten ein und beteiligen sich an deren Vorbereitung. So erfahren sie vieles über gesunde Ernährung, aber auch, wie man eine Mahlzeit eindeckt und zubereitet. In Angeboten kochen oder backen die Pädagogen gemeinsam mit den Kindern, auch Angebote zum Schmecken, Riechen oder Fühlen finden dort in regelmäßigen Abständen statt. Durch Kneten, Rühren und Schneiden wird die Motorik angeregt, durch Zählen, Messen, Wiegen und Sortieren werden den Kindern naturwissenschaftliche Zusammenhänge nähergebracht.

Selbstverständlich verwenden wir nur gesunde und regionale Nahrungsmittel. Mittags versorgt uns ein Catering-Dienst mit abwechslungsreichem Essen von geprüften regionalen Händlern. Frühstück und Brotzeit werden in unserer Küche mit Zutaten vom Bio-Händler zubereitet. Hierbei üben die Kinder bereits früh ihre Selbstständigkeit. Dies geschieht z. B. beim offenen Frühstücksbuffett, bei dem die Kinder selber entscheiden, ob und was Sie von diesem Angebot nutzen möchten. Die Kinder essen mit richtigem Geschirr und Besteck, sie helfen den „Kleineren” und räumen ihren Platz selbst ab.

Unsere verschiedenen Erlebnisbereiche und Bildungsangebote führen dazu, dass die Kinder mit viel Eigenständigkeit ihre Ich-, Wir- und Sachkompetenz entwickeln können und ungestört in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre spielen und lernen. So gestaltet sich jeder Tag für die Kinder interessant, spannend und aufregend.

4. Freispielzeit

„Aus neurobiologischer Sicht ist das freie Spiel das beste Training für Kindergehirne überhaupt, für die Entwicklung der Persönlichkeit ist das ganz entscheidend…. Es gibt keine Motivation von außen. Wir haben lediglich die Möglichkeit, die Motivation, die ein Kind von vornherein mitbringt, nicht kaputt zu machen“.

(Neurobiologe Gerald Hüther)

In der Freispielzeit dürfen die Kinder selbst entscheiden, wo, mit wem, was und wie lange sie etwas spielen möchten. Die Freispielzeit ist ein wichtiger Bestandteil des Tages, der einen festen Platz im Tagesablauf hat, um:

  • Rücksichtsnahme zu erlernen und zu üben
  • eigene Ideen zu verwirklichen
  • eigene Erlebnisse zu spielen
  • Eigenmotivation zu entwickeln
  • aktive und passive Phasen selbst zu bestimmen

5. Tagesablauf

Ein Gegengewicht zu den zahlreichen individuellen Freiräumen der Kinder bildet der feste Tagesablauf aus Bring- und Abholzeiten, Essens-, Freispiel- und Angebotszeiten. Für alle Altersstufen gibt es über den Tag hinweg feste Rituale, die Sicherheit und Geborgenheit geben. Dazu gehört es auch, zu bestimmten Zeiten die „Kleinen“ behutsam von den „Großen“ zu trennen, um etwa im Singkreis altersgerechte Lieder zu üben oder den „Kleinen“ ein ruhiges Mittagessen zu ermöglichen. Der Mittagsschlaf ist für alle Kinder, die ihn benötigen, ein fester Bestandteil des Tages, wobei wir den Kindern keinen Rhythmus aufdrängen. Sie dürfen schlafen so lange sie wollen, auch außerhalb der Ruhezeit.

6. Eingewöhnung

Auf die Gestaltung der Eingewöhnung neuer Kinder in den Alltag der „Kleinen Racker“ legen wir ein besonderes Augenmerk. Der Übergang von der Familie in die neue Umgebung sowie der Aufbau von Beziehungen zu bis dahin fremden Personen verlangt jedem Kind eine große Anpassungsleistung ab. Nur ein Kind, das in Geborgenheit und Ruhe in der Einrichtung ankommt, kann in der weiteren Zukunft das Positive offen aufnehmen. Gerade in dieser Phase helfen wir auch den Eltern, diesen wichtigen und intensiven Schritt positiv zu erleben und unterstützen sie dabei, ihre Bedenken und Ängste abzubauen.

Um eine positive Entwicklung und das Wohlergehen der Kinder zu sichern, ist die Mitwirkung eines Elternteils bei der Eingewöhnung unerläßlich. Für Kinder unter 3 Jahren macht es Sinn, sich in der ersten Woche nur für eine kurze Zeit (ca. 1 – 1,5 Std.) gemeinsam mit einem Elternteil in der Kindertagesstätte aufzuhalten, ein längerer Zeitraum würde das Kind überfordern. Für Kinder über 3 Jahren sind diese Phasen länger und intensiver, wobei auch hier das Kind und seine Bedürfnisse im Vordergrund stehen.

Bei der Eingewöhnung übernimmt ein Pädagoge bzw. eine Pädagogin die Zuständigkeit für das Kind und ist während der gesamten Eingewöhnungsphase verantwortlich. Er/sie gibt das Tempo, die Zeiten und die Struktur der Eingewöhnung vor. Das Kind wird mit dieser Person vertraut sein und sie dann als Bezugsperson annehmen. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn eine tragfähige Beziehung zur Betreuungsperson aufgebaut ist, d. h. wenn das Kind sich von der Person beim Abschied trösten lässt, bzw. ohne Tränen die Eltern verabschieden kann.

Dies kann zwischen 6 Tagen und 4 Wochen dauern – je nach Kind und Eltern. Manchmal klappt die Eingewöhnung nicht im ersten Schritt. Dann haben wir eine genügend lange Unterbrechung vorgesehen, damit das Kind und die Eltern neu und ohne schlechte Erfahrungen einen weiteren Anlauf starten können.

Nach Abschluss der Eingewöhnung übernimmt der Eingewöhnungspädagoge eine besondere Rolle für das Kind. Er oder sie notiert Beobachtungen, führt Elterngespräche etc. Dem Kind steht es natürlich frei, sich im Laufe der Zeit eine andere Bezugsperson zu suchen.

7. Regeln

In unserer Kita gibt es feststehende Regeln und Grenzen, an die sich alle Beteiligten verbindlich halten müssen. Sie geben uns einen festen und verlässlichen Rahmen für den Alltag. Dabei ist es uns wichtig, dass es nicht zu viele Regeln gibt, die in ihrer Einhaltung undurchschaubar werden, sondern möglichst wenige, klare und für Kinder nachvollziehbare Grundsätze.